Endlich Samstag

Ich konnte die ganze Nacht kaum schlafen. Ich war so unendlich aufgeregt. Endlich sollte ich wieder Katzen bekommen. Und noch dazu so besondere. Dreifarbige Glückskatzen. Ich konnte es kaum glauben. Ich hatte so lange keine Katze mehr. Ich freue mich so sehr auf das Schnurren, das Streicheln und besonders, wenn sie mich begrüßen kommen. Ja, es wird lange dauern, bis sie sich an mich gewöhnt haben werden. Schließlich hat nie jemand mit ihnen gespielt. Aber der Termin beim Tierarzt ist schon ausgemacht. Dann bekommen sie einen Impfpass und werden untersucht und bald auch sterilisiert. Alles war so schön geplant.

Wir fuhren los, zwei Katzenkörbe im Auto. Die Frau hatte die Beiden seit 5 Uhr in einem Raum eingesperrt, damit wir sie mitnehmen konnten. Die Katzen waren genauso aufgeregt wie wir. Die Übergabe funktionierte problemlos und unkompliziert. Sie war froh, dass die Beiden weg waren, wir, dass wir sie mitnehmen durften. Ich glaube die Katzen waren nicht so glücklich. Aber sie miauten nicht und auch sonst waren sie sehr still. Selbst als wir losfuhren und 30 Minuten später endlich ankamen waren sie immer noch ruhig.

Jeder von uns schnappte sich einen Korb. Als ich am Hauseingang war, wollte ich den Schlüssel aus der Tasche fischen. Dabei fing plötzlich die Katze an, wie wild herumzuspringen. Da der Katzenkorb nur mit zwei Haken gesichert war, löste sich einer davon, und die Katze zwängte sich sofort durch den entstandenen Spalt. Ich ließ sofort alles fallen, und griff noch nach ihr. Aber ich wollte ihr nicht weh tun, und so wand sie sich aus meinem Griff, und sprintete sofort aus dem Gartentor und die Straße runter. Ich natürlich sofort hinterher. Mit meinem kaputten Knie. Aber ich war so aufgeregt und panisch, da war mir alles egal. Aber der kleinen, schmalen, drahtigen Katze kam ich nicht hinterher. Ich sah noch, wie sie um die Ecke bog, dann verlor ich sie……

Weg!!!!! Meine Katze war weg. Ich hatte sie verloren. Ich war den Tränen nahe. Natürlich suchten wir sofort nach ihr. Wir riefen ihren Namen, klapperten mit Futter, befragten Nachbarn. Niemand hatte sie gesehen. Hier sind so viele Querstraßen und Gärten. Wo sollten wir suchen? Es war 10.30 Uhr und keiner auf der Straße. Was sollte ich nur tun? Mein Sohn half sofort mit suchen. Alle suchten wir bis 12 Uhr die Straßen ab. Nichts. Nicht mal ein Hinweis. Ich war den Tränen nahe. Und dann sollte ich auch noch arbeiten. Wie sollte ich mich da nur konzentrieren? Wo war sie nur hin? Was ihr alles passieren konnte. Wie sollte ich sie nur finden. Alles meine Schuld. Hätte ich nur besser aufgepasst.

Wir haben über 15 Plakate gedruckt. Ich habe sie bei Tasso registriert und als vermisst gemeldet. Ich habe mir extra einen Facebook Acount zugelegt, damit ich auch dort noch mehr Leute erreiche. Trotzdem bleibt das schlechte Gewissen und der Vorwurf an mich.

Zuhause sitzt jetzt eine total verängstigte Katze namens Hanni, die wir gerne in Fluse umbenennen würden – weil ihre Schwester Nanni die Flocke gemacht hat (sollte Flocke umbenannt werden). Sie frißt nicht, sie kommt nicht raus, manchmal darf ich sie ganz kurz streicheln. Sie miaut nicht. Oder versucht zu flüchten. Aber man merkt, dass es ihr nicht gut geht, und sie sich nicht wohl fühlt. Es tut mir so unendlich leid!

Als ich um 19:30 Uhr endlich von der Arbeit kam, rief endlich jemand an, der Flocke gesehen haben wollte. Leider stellte sich heraus, dass es eine andere Katze war. Trotzdem suchte die ganze Familie noch eine ganze Stunde weiter. Das Problem ist halt, dass wir überhaupt nicht wissen wo wir suchen sollen. Vielleicht ist sie weiter gelaufen. Kilometerweit. Vielleicht sogar nach Hause zurück. Natürlich habe ich die Frau angeschrieben, aber sie hat sie noch nicht gesehen. Aber sie würde sich melden, wenn sie auftaucht.

Wir hoffen einfach weiter. Während Fluse zwischen den Wollmäusen unterm Bett auf ihre Schwester wartet. Ich sterbe vor schlechtem Gewissen. Und gefressen hat sich auch nichts. Zumindest war sie schon mal aufm Katzenklo. Aber diese dürre Katze muss doch Hunger haben? Spielen will sie auch nicht. Manchmal, wenn ich aus dem Zimmer gehe, wechselt sie den Platz. Vielleicht kommt sie heute Abend raus. Gestern war das auch so. Und hoffentlich finden wir Flocke bald. Damit ihre Schwester nicht so alleine ist, und alleine Angst haben muss

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