Keine Zeit

Es ist der Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Manchmal bleibt sie ja stehen. Besonders, wenn man was macht, was keinen Spaß macht. Allerdings habe ich derzeit eher ein anderes Problem: ich habe einfach keine Zeit. Mein Tag hat nicht genug Stunden. Mit den ganzen Sporteinheiten, lebe ich irgendwie nur noch für diese dumme Uhr! Das geht ja mal garnicht.

Warum bin ich nur so erfolgsorientiert? Ich bin doch sonst auch nicht so. *grübel* Ich muß ständig drauf gucken, ob ich meine Stufen habe, und wie viele Schritte ich noch benötige, damit die Uhr zufrieden ist. Allerdings habe ich es dummerweise so eingestellt, dass die Uhr nie zufrieden ist. Man kann auf manuell gehen, oder halt eben automatisch. Und wenn man dieses Häkchen setzt, dann verlangt die Uhr immer mehr. Sie ist quasi lernfähig. Und wenn ich, so wie letzte Woche, mehr Zeit habe, und jeden Tag locker meine 10.000 Schritte laufe, sogar 1.000 mehr, dann sagt die Uhr: „na, das hat sie ja super geschafft, jetzt erhöhen wir mal das Pensum auf 13.000 Schritte täglich“. Und – bums – seit Montag will die Uhr 13.000 Schritte von mir haben. Verdammt noch mal!

Wäre ja nicht so schlimm, wenn ich diese Vorgabe einfach ignorieren könnte. Aber wie oben schon geschrieben, will ich den Erfolg. Natürlich habe ich die 13.000 Schritte täglich geschafft. Aber ich weiß jetzt genau, was kommen wird. Nächste Woche will die Uhr bestimmt 15.000 Schritte haben. Und damit gerate ich in ein Dilemma. Wenn ich arbeite, räume ich häufig auch Regale ein. Da laufe ich nicht. Bedeutet, ich muß nach Feierabend nochmal los. Und da ich eine Schrittlänge von 0,77 m angegeben habe, laufe ich für einen Kilometer 1.428 Schritte. Da ich aber keine Ahnung habe, wie groß meine Schrittlänge ist, habe ich jetzt mal gegoogelt und dann nachgemessen.

Tante Googel sagt: Lege ein Maßband aus. Laufe im Raum umher, und ende neben dem Maßband. Nun messe von Fußspitze zu Fußspitze. Da war ich ja mit meinen 0,77 m gar nicht so weit entfernt. Denn laut Maßband habe ich eine 60er Schrittlänge. Was aber bedeuten würde, dass ich 1.667 Schritte laufe, statt 1.428. Bedeutet, ich habe mich immer um über 600 Schritte beschissen, und die habe ich schon, wenn ich 3 mal aufs Klo gehe, weil unsere Wohnung ziemlich groß ist. Was im Umkehrschluß heißt, dass ich weniger laufen müsste um mein Ziel zu erreichen. Allerdings heißt es nicht, dass ich dadurch Zeit spare.

Ach, ist das alles kompliziert. Und wenn das Wetter weiter so schwülwarm ist, schwitze ich schon, wenn ich nichts tue. Irgendwie klebt alles an mir. Und im Nieselregen macht laufen keinen Spaß. Besonders nicht, weil der Wald matschig ist, und ich angst habe auszurutschen. Da kann ich nicht laufen. Auf der Straße will ich nicht laufen, weil da Menschen sind. Welch ein Dilemma.

Trotzdem ist es viel Zeit die ich mit Sport verbringe. Und ich frage mich immer noch: warum? Es ist so viel, das liegen bleibt. Unerledigt ist. Küche putzen, aufräumen, Wäsche waschen. Irgendwie kommt alles ins Hintertreffen, weil ich stundenlang durch die Botanik rennen muß, um mein Soll voll zu bekommen. Ist das wirklich das Ziel? Machen das Sportler auch so? Ich weiß, dass meine Nachbarin laufen geht. Jeden Tag. Trotzdem arbeitet sie Vollzeit, bäckt Kuchen, und kocht für sich und ihren Freund. Da stellt sich mir die Frage: bin ich unorganisiert? Ist dieses Leben für mich doch nicht geeignet? Wie kann ich meinen Sport optimieren? Oder mache ich mir mal wieder viel zu viel Streß?!

Ich werde da mal am Wochenende drüber nachdenken. Oder nachher beim laufen. Schließlich habe ich erst 2.000 Schritte auf der Uhr…….

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