Sport ist Mord

Schon in der Schule mochte ich den Schulsport nicht. Dieses ewige Konkurrenzdenken, die sinnlosen Übungen und erst Völkerball. Manchmal wenn ich daran zurück denke, überkommt mich das Gefühl, dass all diese Schulstunden nur darauf hingezielt haben die Starken noch stärker, und die Schwachen noch schwächer zu machen. Wer nicht rechtzeitig ausweicht, wird abgeworfen. Wer unbeliebt ist, wird nicht ins Team gewählt. Und seltsamer Weise sind die, die damals gerne Sportunterricht hatten heute immer noch sportbegeistert.

Worauf ich hinaus möchte: es hat schon Sinn, warum ich Sport nie mochte. Diese ganze Mannschaftssache ist nicht mein Ding. Sich immer anpassen, immer Leistung bringen um zum Team zu gehören, immer trainieren, um mit den schlanken und sportlichen mithalten zu können. Ich war schon als Kind dick und unbeliebt. Deshalb wurde ich als Letzte ausgewählt, und als Erste abgeworfen. Bei den Bundesjugendspielen war ich auf den letzten Plätzen.

So, und jetzt mit Stand heute bin ich 45 Jahre, und immer noch dick. Ich mag Sport immer noch nicht. Wenn ich im FitnessStudio war, fühlte ich mich beobachtet. Manchmal wurde ich von anderen Frauen angesprochen, warum ich überhaupt trainieren würde, bei mir würde man weder Fitness noch Abnahme feststellen. Und dann begannen sie von ihrer Erfolgsstory zu erzählen. Ich hab mich immer minderwertig gefühlt. Einzig die Trainerin im Studio war immer ganz begeistert von meinem Engagement. Trotzdem blieb das schlechte Gefühl.

Wenn ich heute laufen gehe, dann meist, wenn es nieselt, oder sonst keiner draußen ist. Ich ziehe das Laufband der freien Natur vor. Ich mag keine Menschen. Ich fühle mich unsportlich und schlechte, wenn die Jogger eine um die andere Runde drehen, und ich nicht vom Fleck komme. Es deprimiert mich, wenn auf dem Laufband neben mir die durchtrainierte Blondine mit gefühlt 30 km/h joggt. Klar, ich halte länger durch, weil ich Langstreckenläufer bin. Aber ich walke halt nur. Schneller ist nicht, weil sonst meine Kniescheibe rausspringt. Ich weiß das. Trotzdem sehe ich die Seitenblicke: mitleidig und arrogant.

Dank Corona hat sich die figürliche Lage etwas verändert, und immer mehr Menschen klagen über Übergewicht und unzählige Pfunde zu viel. Die Studios hatten zu, und man hat mehr gegessen als sonst. Es werden Laufgruppen gebildet, und Teams auf Garmin gefunden. Facebook und Instagram wird überschwemmt von Postings mit Sporteinheiten. Und dazwischen ich.

Klar würde ich mich gerne zu einer Laufgruppe anmelden. Aber ich schäme mich, mit der Rentnergang mitlaufen zu müssen, weil ich nicht schnell genug bin, und selbst die trainierter sind als ich. Am liebsten würde ich immer mit dem Vater meines Freundes laufen. Dem ist es egal wie schnell ich bin, oder wie weit wir kommen. Er genießt meine Gesellschaft, und ist froh Zuhause raus zu kommen. Ich aber bin schon fertig von der Arbeit. Ja, sind nur 6 Stunden und ich fühle mich so faul. Gleichzeitig bin ich müde und abgeschlagen.

So geht das echt nicht weiter. Ich bin mittlerweile seit einem Monat bei weight watcher. Habe 5 kg abgenommen, bin aber immer noch total unfit und unsportlich. Wie soll ich das nur hin bekommen? Ich bin so frustriert!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s