Nicht geschafft

Gestern also Frühschicht in der Arbeit. Bedeutet mit dem Fahrrad hin, und dann hab ich tatsächlich vergessen meinen Tracker aus zu machen. Problem: jetzt ist da ne Stunde drauf die ich angeblich Fahrrad gefahren bin, aber keine Schritte. Hat zur Folge, dass ich gestern meine 10.000 Schritte nicht geschafft habe. Bin gestern mit knapp 9.000 raus. Das ist ein Rückschritt. Aber ich war gestern so fertig, dass ich einfach nicht mehr laufen wollte. Zumindest habe ich mein Treppenziel erreicht.

Was tut man, wenn man so kaputt ist? Wie motiviert man sich am besten? Bisher habe ich mich immer beschimpft und beleidigt. Oder wahlweise Schokolade in mich reingestopft und bemitleidet. Aber eigentlich habe ich mich und meinen Körper gehasst. Ich will jetzt nicht sagen, dass sich das grundlegend durch weight watcher geändert hat. Ich liebe meine Fettröllchen immer noch nicht. Aber ich gewinne langsam den Eindruck, dass mein Körper nicht ganz so widerspenstig ist, wie ich angenommen habe.

Ich hatte immer schon ein gutes Körpergefühl. Wusste wann ich krank werde, wann es meiner Psyche zu viel wird, wann es Zeit ist aufzuhören. Er hat mir klare Signale gegeben wenn er bewegt werden wollte, und wenn es Zeit war sich auszuruhen. Ich habe nur nie darauf gehört. Entweder keine Zeit, oder der Job hat es verlangt. Außerdem bin, und war, ich immer Mutter. Da kann man nicht einfach sagen: ey Leute, heute nehme ich mir mal frei. Oh, kennst Du noch die Werbung, wo die Frau ihrer Tochter den Krankenschein gibt? Wer Kinder hat, der kennt das. Männer eher weniger, weil die immer gleich sterben, aber wir Frauen müssen schon Erhebliches leisten.

Das merke ich immer wieder auch hier. Ich habe es immer als selbstverständlich gesehen, mich um meine Söhne zu kümmern. Zu kochen und backen, Wäsche zu machen, und aufzuräumen. Jetzt ist der Große Ü20 und wohnt bei seiner Freundin, und der Kleine 14 und sollte eigentlich in der Lage sein mitzuhelfen. Aber was soll ich sagen? Das Geschirr stapelt sich in seinem Zimmer, und mein Freund schafft es trotz Homeoffice nicht, dem Kind mehr als nur ein kleines Schnitzel zu braten. Natürlich ist dann der arme Junge total verhungert, wenn ich aus der Arbeit komme. Und die Wäsche hat auch keiner gesehen. Geschweige denn die Sauerei in der Küche. Das war eh immer der andere. Also räumt Mann es kategorisch nicht auf. Soll mal der es machen, der es dreckig gemacht hat. „Ich wars nicht“. Tja, was soll ich sagen? Mich stört es, also mach ich es weg.

Das mit meiner Diät erschwert die Situation enorm. Denn jetzt esse ich ja kaum noch was. Und das was ich esse, das mögen die Herren nicht. Zu wenig Kalorien, zu wenig Fleisch, zu viel Gemüse. Also müssen für die Herren extra Gerichte gekocht werden. Da mein Freund im Homeoffice so viel zu tun hat, dass er vor lauter you tube gucken nicht raus kommt, und der Kleine so intensiv Hausaufgaben machen muss, dass die Tastatur vor „HEADSHOT!!!!!!“ qualmt, da muss man halt Kompromisse eingehen. Welcher lautet: ich warte bis Mama wieder da ist. Bedeutet, wenn ich auf den Hof fahre, Schweiß gebadet die 3 Stockwerke erklimme, und die Tür aufschließe, kommen mir zwei Hungrige entgegen die mich ähnlich wie wilde Hunde umkreisen.

Andererseits bewege ich mich dann halt mehr. Denn kochen und aufräumen bedeuten zusätzliche FitPoints. Also man kann alles positiv betrachten. Das war immer schon so. Auch vor ww. Ich verstehe nur nicht, warum mich das derzeit so kaputt macht. Laut meiner Uhr müsste ich kurz vor den Tagen fit wie ein Turnschuh sein, und Bäume ausreißen können. In den Tagen vor den Tagen wäre man leistungsfähiger, und könne fast die doppelte Sporteinheit schaffen. Deshalb hat sie erstmal alles nach oben gezogen. Mehr Treppen, mehr Schritte, und natürlich habe ich es bis jetzt nicht geschafft. Ich will eigentlich nur noch auf der Couch liegen. Ich will nicht mal mehr essen. Nur daliegen und schlafen.

Liegt bestimmt auch an dem komischen Wetter. Gefühlt 30 Grad, und Nieselregen. Das geht auf keine Kuhhaut! Trotzdem ist heute frei, und ich muss wieder irgendwo rumlaufen um meine 10.000 Schritte zusammenzubekommen. Also bleibt froh, wie der Mops im Haferstroh ^^

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