Donnerstag

Trübetassenwetter draußen, deprimierende Stimmung drinnen, und ich bin schon wieder seit 6 Uhr wach. Irgendwie schleift sich das ein. Ich würd ja gern länger schlafen. Aber selbst wenn ich trickse und später ins Bett gehe, *klack* wach. Muss wohl an den Jalousienen liegen. Um sechs ist es schon taghell bei uns im Schlafzimmer. Da sagt sich mein Körper: is spät, steh auf. Ich kann dann auch überhaupt nicht mehr schlafen. Was auch nicht schlimm ist, denn aufstehen muss ich sowieso, und nach 8 Stunden Schlaf reichts ja auch dann mal.

Nun bin ich also wach, und schleiche mich so durch die Wohnung, damit der Rest der Familie weiter schlafen kann. Ich mach mir Kaffee, räume die Spülmaschine aus, putze ein wenig, mache Wäsche, was man halt so macht. In der Wohnung unter mir erwacht auch langsam das Leben: Kindergeschrei, Geschirr klappert, und so um 8 regt sich hier auch langsam was. Jeder Tag ist gleich. Egal ob Sonntag oder Dienstag, Feiertag oder Wochentag. Immer. Ob es mich deprimiert? manchmal. Es stört mich, dass meine Familie es nicht schafft hier Ordnung zu halten. Es nervt, dass sie alles stehen und liegen lassen wo sie gehen und sitzen. Sie kochen, räumen aber nichts weg, putzen nicht mal den Herd. Und weil es mich stört und nervt, dauernd in die Siffe reinzulangen mach ich es weg. Mein Freund witzelt immer, wir hätten eine selbstreinigende Küche. *gruml*

Eine Familie zu haben ist wie in einer WG zu wohnen in der der Putzplan nicht eingehalten wird

Webfund

Es ist nicht so, dass wir es nicht mit Putzplan versucht hätten. Ich habe sogar das Taschengeld meines Sohnes nach erledigten Arbeiten gestaffelt. Mit dem Ergebnis, dass er halt keines bekam. *roll eyes* Warum ist es so schwierig? Darüber nachzudenken ist müßig. Auch mit den Beteiligten darüber zu sprechen. Antwort meines Sohnes: „dann putz halt nicht. Wenn es uns zu dreckig ist, putzen wir schon. Du übertreibst immer“. Ja, vielleicht ist das so. Ich bin in vielem extrem. So auch mit meiner Diät.

Ich war also heute mal wieder auf der Waage. Nur um zu gucken, ob sich endlich was getan hat. Schließlich halte ich mich brav an das Punktebudget, und koche nur, was weight watchers mir sagt. Ich esse nur, was sie mir vorschlagen, und ich tracke brav jede noch so kleine Weintraube. 84 kg. Fast schon wieder 85 kg. Warum nur? frage ich mich verzweifelt. Ich tue doch alles um abzunehmen. Okay, außer Sport. Ich bin den ganzen Tag auf den Beinen. Ich will Abends einfach nicht nochmal 30 Minuten Gymnastik machen. Mir tut auch so schon alles weh. Ich will nicht joggen gehen, das ist schlecht für mein kaputtes Knie. Bei jeder Treppe hab ich schiß, dass mir die Kniescheibe wieder raus springt. Da gehe ich doch nicht freiwillig laufen. Schwimmen ist ja nicht, weil alles zu hat. Was bleibt also noch?

Mein Gymondo Abo ist auch ausgelaufen. Im harten Lockdown konnte ich mich noch aufraffen jeden Tag brav 20 Minuten vor dem Fernseher rumzuhampeln. Aber da habe ich auch nicht gearbeitet. Jetzt komme ich nach Hause, mein Rücken tut weh, mein Knie wabbelt so, dass ich kaum die vier Stockwerke nach oben klettern kann, und auch sonst fühle ich mich als hätte ich keine Energie. Ich bin mir nichtmal sicher woran das liegt. Ich esse täglich. Sehr viel Eiweiß, aber auch mal ein Vollkornbrötchen. Allerdings kostet das gleich 8 Punkte, und wenn man nur 23 bekommt, ist das ne Menge.

Morgens brauche ich Frühstück. Also esse ich ordentlich. Na ja, was heißt viel. Ein Brötchen mit Rührei. Früher waren es zwei Brötchen mit Wurst und Käse. Aber wenn ich nur eine Scheibe Käse habe, und das ganze dann sofort fast 10 Punkte hat, wird der Speiseplan für den Tag echt schmal. Ich brauche nämlich auch Mittagessen, sonst knurrt mir auf der Arbeit mein Magen. Ich fühle mich dann auch so schlapp und schlaksig. Irgendwie wie aus gummi. Kennst Du das? Als ob meine Gliedmaßen nicht mir gehören würden. Ich gerate schnell außer Atem, und fühle mich einfach komplett unfit.

Von ww bekomme ich dazu keine Antwort. Bleib im Punktelimit heißt es da, halte durch, und diesen ganzen scheiß Parolen, die mir schon seit Jahren aus dem Hals raus hängen. Mein ganzes Leben lang hab ich mich motivieren müssen. „Halt durch“, „Du schaffst das“, „es wird besser“, „glaub an dich“………..ich kanns nicht mehr hören. Es muss doch noch eine andere Möglichkeit geben. Ich möchte hier garnicht über meine Darmfunktionen anfangen, denn die sind mittlerweile auch komplett entartet. Das kann doch nicht gesund sein?!

Hatte ich nicht vor ein paar Tagen über Mangelernährung gesprochen? Ich glaube langsam, meinem Körper fehlt was. Keine Ahnung was es ist, aber ich glaube fest daran, dass wenn ich was bestimmtes essen würde, käme ich wieder zu Kräften. Der nächste Gedanke der sich mir aufdrängt: wenn ich nicht abhnehme, aber weiter hungere, wo nimmt der Körper dann die Energie her? Ich habe mal gelesen, der zapft Muskeln an. Wenn das tatsächlich stimmt, dann erklärt es, warum ich so fertig bin. Heißt aber im Umkehrschluß: weniger Muskeln – mehr Fett. Also genau das Gegenteil von dem was ich erreichen wollte. Verdammt noch mal. Wer kann mir da helfen? Was soll ich nur tun?

Ich bin zu kaputt. Ich würde mich so gern wieder hinlegen. Aber ich muss frühstücken, und dann zur Arbeit. Hilft ja nix. Das wird schon. Ich schaff das…..

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