Muss ich eigentlich….?

Das Problem mit dem müssen ist ja, dass es ein ausgesprochener Zwang ist. Gefesselt in einer Situation die man so eigentlich garnicht wollte. Ein Problem, dessen Lösung man gerne aufschieben möchte. Per Definition eine echt beschissene Sache.

müs·sen/mǘssen/unregelmäßiges Verb

  1. 1a.einem [von außen kommenden] Zwang unterliegen, gezwungen sein, etwas zu tun; zwangsläufig notwendig sein, dass etwas Bestimmtes geschieht“sie muss um 8 Uhr im Büro sein“
  2. 1b.aufgrund gesellschaftlicher Normen, einer inneren Verpflichtung nicht umhinkönnen, etwas zu tun; verpflichtet sein, sich verpflichtet fühlen, etwas Bestimmtes zu tun“sie musste heiraten (sah sich dazu gezwungen, weil sie ein Kind erwartete)“ „Duden“

Also ist jetzt meine persönliche Frage: Muss ich denn bloggen? Muss ich mich denn wirklich für ein Thema entscheiden? Muss ich in einem bestimmten Rhythmus schreiben, und was noch viel wichtiger ist: müssen es denn wirklich immer 1.000 Worte oder mehr sein?

Mein derzeitiger Lieblingsblog ist von Drecksack404, und der schreibt auch einfach so von der Leber weg. Da ich allerdings derzeit kaum soziale Kontakte habe, nährt sich mein kleiner Dämon an Film, Fernseh, YouTube und den Nachrichten aus den Pop up-Fenstern. Und dann kommt da noch der Teufel auf Schulter rechts dazu.

Ja, ja, ich weiß, ich wollte aus diesem Blog ein Diättagebuch machen. Aber ich muss ehrlich sagen: ich will überhaupt nicht abnehmen. Ist das jetzt schlimm? Ja, ich pass nicht mehr in meine Sachen. Und ich bin kreuzunglücklich, wenn ich mich mal wieder auf die Waage verirre. Jedoch ist mein zweiter Gedanke immer: warum muss ich eigentlich so sein, wie alle mich haben wollen?

Ich bin gerne dick. Und ich esse gerne. Ich kann super toll kochen. Und wenn ich von einem Käsewürfel pro Tag lebe, dann bin ich nicht nur unglücklich, sondern auch gestresst, unzufrieden, hungrig und gereizt, zusätzlich werde ich depressiv. Kochen ist meine Leidenschaft. Also warum sollte ich es nicht tun? Wenn ich für meine Familie koche, die das dringend nötig hat, muss ich zumindest mal abschmecken. Und wenn mein Körper mir das schon übel nimmt, was macht er erst, wenn ich mich mühsam auf mein Idealgewicht gehungert habe?!

Der Kleinkrieg mit den Pfunden ist sehr einseitig. Immer gewinnt die Waage. Für mich bedeutet das: wenn ich ein Spiel spiele und dauernd verliere, höre ich auf zu spielen. Wenn ich etwas repariere, und es funktioniert immer noch nicht, dann schmeiß ich es in die Ecke, fahre mehrfach mit dem Auto drüber, und nagle es als Warnung für alle anderen Geräte an die Wand. Warum um Teufels Willen gebe ich dann nicht einfach auf?

Bücher wie „Schlank im Schlaf“ oder „Traumgewicht im Kopf“ und andere mysteriöse Titel preisen immer wieder die Klugheit des Körpers an. Denn wenn der Körper dick sein möchte, wird er es immer sein. Aber niemand ist von Grund auf dick….. Ich mag diese gequirlte Scheiße. Das heißt nämlich, dass ich überhaupt nichts dafür kann, dass ich so dick bin. Mein Körper möchte in dieser Lebensphase dick sein, und er braucht den Speck. Wenn es mir seelisch wieder besser geht, dann bin ich wieder eine Gertenbohne. Derzeit bin ich eher ne dicke weiße Bohne. Aber lassen wir das.

An anderer Stelle habe ich mehrfach erzählt wie faszinierend ich es finde, wenn Frauen mit meiner Figur sexy Fotos von sich machen lassen, trotz dickem Bauch Klamotten tragen, die ich nichtmal mit Idealgewicht tragen würde, und sich dabei sichtlich wohl fühlen. Ich schäme mich, wenn ich in der Öffentlichkeit esse und habe extreme Probleme mit Lebensmitteln im Allgemeinen. Deshalb nehme ich nie die komplette Tafel Schokolade aus dem Kühlschrank, sondern immer nur ein Stückchen.

Das ist deshalb intelligent, weil ich dann immer laufen muss, heißt ich bewege mich. Und ich habe die Hoffnung, dass es diesmal das letzte Stück ist, das ich heimlich esse. Weil es nervt halt schon ziemlich, wenn man die Hälfte des Films verpasst, weil man dauernd zum Kühlschrank schleicht, weil es ja so ne tolle Idee war, die Schokolade Stückchenweise mit zur Couch zu nehmen. Ich seh schon, irgendwann bunker ich sie im Keller, und flitz dann immer 3 Stockwerke nach unten. Allerdings hat diese Methode bisher meine Waage unbeeindruckt weiter ein viel zu hohes Gewicht anzeigen lassen.

Ich hoffe ja immer noch, dass sich das alles ändert wenn ich endlich wieder arbeiten gehe. Meine Umschulung ist endlich beendet, der Stress vorbei. Jetzt könnte mein Körper einfach mal spontan 10 kg so abwerfen. Vielleicht ist es nicht ganz so klug, dass ich ausgerechnet im Nahrungssektor anfange zu arbeiten. Aber man sagt ja, wenn man erstmal in der Küche arbeitet, und den ganzen Tag das Essen vor der Nase hat, hat man keinen Hunger mehr. Und ich bewege mich. Was mir bei dem derzeitigen Wetter äußerst schwer fällt. Ich will einfach nur daliegen und faul sein.

Apropos faul sein. Ich denke für heute hab ich mich mal wieder genügend ausgelassen, und muss mich jetzt bei nem Latte auf der Couch entspannen. So long liebe Leser…..

Ein Kommentar zu „Muss ich eigentlich….?

  1. Ich kann was ich muss weil ich will was ich kann.

    Gemessen an dieser Leitlinie kann man problemlos jedes „fremde MUSS“, also den Zwang erkennen und verweigern.

    Pfundige Frauen find ich übrigens sexy und wahrscheinlich gibt es noch mehr meiner Art.

    Das Körpergewicht ist übrigens eine unterbewusste Angelegenheit, ich versuchte es Jahrzehnte zu kontrollieren und erst als ich die bewusste Kontrolle eines Tages aufgab, nahm ich dauerhaft ab.

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